Demo: Essen setzt ein Zeichen
Am 5. Mai organisierte unsere Kollegin Fikria Aab-Baz gemeinsam mit weiteren Engagierten in der Essener Innenstadt eine Demonstration anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Die Aktion machte auf bestehende Barrieren im Alltag aufmerksam und setzte ein starkes Zeichen für mehr gesellschaftliche Teilhabe.
Fikria Aab-Baz lebt in Essen, ist selbst Mensch mit Behinderung und arbeitet im Forschungsprojekt „Arbeiten – wie ich es will“ des Franz Sales Hauses Essen als Expertin in eigener Sache mit. Im Projekt ist sie an der Entwicklung eines KI-gestützten Tools zur beruflichen Orientierung beteiligt.
Im Mittelpunkt der Demonstration standen die Perspektiven und Erfahrungen von Menschen mit Behinderung. Mit Schildern wie „Redet mit uns, nicht über uns“, „Der Mensch zählt – jeder Mensch ist etwas Besonderes“ und „Weg mit den Barrieren“ machten die Teilnehmenden deutlich, dass Inklusion aktiv gestaltet werden muss.
Etwa 100 Demonstrierende zogen vom Willy-Brandt-Platz am Essener Hauptbahnhof über das Pferdedenkmal und die Marktkirche bis zum Limbecker Platz. Die Veranstaltung wurde von Redebeiträgen, künstlerischen Aktionen und Informationsangeboten begleitet.
Zum Auftakt sprachen Ralf Bockstede (CDU, Essen), Sandra Schumacher (Bündnis 90/Die Grünen, Essen), Julia Jankovic (SPD, Ratsfrau der Stadt Essen) sowie Dennis Sonne (Bündnis 90/Die Grünen, Düsseldorf) über Gleichstellung und politische Handlungsbedarfe. Dabei wurde deutlich: Inklusion muss langfristig im Alltag und in politischen Entscheidungen verankert werden.
Ralf Bockstede betonte den Abbau von „Barrieren in den Köpfen, um Begegnung auf Augenhöhe“ zu ermöglichen. Sandra Schumacher hob hervor, dass „Inklusion täglich gelebt werden“ müsse. Julia Jankovic unterstrich die Bedeutung des Zuhörens gegenüber Menschen mit Behinderung. Dennis Sonne betonte die Notwendigkeit, „Menschen mit Behinderung als Expert*innen in eigener Sache“ ernst zu nehmen und politisch zu beteiligen.
Begleitet wurde die Demonstration von einer inklusiven Tanzperformance aus Bottrop, Statements aus dem Forschungsprojekt „Arbeiten – wie ich es will“ sowie einer künstlerischen Aktion der Gruppe „Maskentheater Anders Eben“.
Am Limbecker Platz informierte das NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW über Unterstützungsangebote und bot Raum für Austausch mit Passant*innen.












